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Lockende Versuchung


(Originaltitel: Friendly Persuasion)


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Regisseur: William Wyler

Darsteller: Gary Cooper, Dorothy McGuire, Anthony Perkins

FSK: freigegeben ab 12 Jahren

Laufzeit: 132 Minuten

Ersterscheinung in Deutschland: 09/1957

Genre: Drama, Historienfilm, Western, Kriegsfilm

Basierend auf dem Bestseller von: Jessamyn West


Themen: Pazifismus, Wann ist Gewalt gerechtfertigt?, Quäker



















Inhalt:

1862: Die Quäkerfamilie Blumer lebt friedlich auf ihrer Farm in Indiana. Friedlich besonders wegen des Quäker-Grundsatzes der absoluten Gewaltlosigkeit, den Eliza Blumer (Dorothy McGuire), ihres Zeichens Predigerin der örtlichen Quäker-Gemeinde, auch in ihrer Familie mit Bestimmtheit durchsetzt. Ob es darum geht, dass ihr kleiner Sohn Daniel (Richard Eyer), der regelmäßig von der Gans Samantha attackiert wird, sich an dieser rächen will oder darum, dass ihr Mann Jesse (Gary Cooper) sein Pferd mit der Peitsche antreibt, wenn er sein sonntägliches unausgesprochenes Wagen-Wettrennen gegen seinen Methodisten-Freund Tom Jordan (Robert Middleton) in Richtung der Gotteshäuser ausrichtet, Eliza mahnt zu jeder Zeit zu absoluter Gewaltlosigkeit. Auch in Bezug auf den tobenden Bürgerkrieg ist die Meinung der Quäker in der Theorie eindeutig. Und doch machen sich Jesse und sein älterer Sohn Josua (Anthony Perkins) ihre Gedanken zu dem Thema. Ist es wirklich in Ordnung, andere für sich kämpfen und sterben zu lassen? Tom Jordans Sohn Eric (Peter Mark Richman) ist derweil bereits Soldat. Doch damit steht nicht mehr nur die unterschiedliche Konfession sondern auch dieser Punkt nun zwischen Eric und seiner Liebe Mattie Blumer (Phyllis Love). Während Eliza fest von den Quäker-Grundsätzen überzeugt ist, lehnt sich ihre Familie immer wieder im Kleinen dagegen auf: Mattie tanzt mit Eric, als der auf Heimaturlaub, und Jesse kauft ein Harmonium, obwohl tanzen und musizieren den Quäker-Traditionen widersprechen. Jesse tauscht, als sich ihm die Gelegenheit bietet, das Pferd der Familie gegen ein anderes ein, dass sich nicht von anderen Pferden überholen lassen will und somit beim sonntäglichen Wettrennen ganz ohne Jesses Zutun alles gibt. Aber am schwersten fällt es Eliza und auch Jesse als Josua beschließt, gemeinsam mit den anderen Männern der Gegend das Land gegen die Rebellen zu verteidigen. Josua selbst fällt dieser Schritt alles andere als leicht. Er möchte nicht zu Gewalt greifen, sieht es aber als seine Verantwortung, Freunde und Familie zu verteidigen. Jesse hingegen bleibt zuhause bis das Pferd, auf dem Josua fortgeritten ist reiterlos zurückkehrt. Da macht sich auch Jesse auf in Richtung des Gefechts. Kaum ist er fort, taucht auf dem Hof eine Gruppe von Rebellen auf. Eliza gibt den Rebellen bereitwillig alles, was sie an Nahrungsmitteln da haben. Aber als einer der Rebellen sich die Gans Samantha schnappen will, die für Eliza geradezu zur Familie gehört, da packt Eliza der Zorn und sie attackiert den Rebellen mit einem Besen, bis dieser von der Gans ablässt. Danach plagen sie jedoch schwere Gewissensbisse, weil sie gegen einen Mitmenschen die Hand erhoben hat. Jesse hat inzwischen seinen sterbenden Freund Tom gefunden und wird beinahe selbst getötet. Doch als er die Möglichkeit hat, seinen Gegner zu töten, verzichtet Jesse darauf und lässt diesen ziehen. Als Jesse am Schlachtfeld eintrifft, findet er den verletzten Josua, der schwer darunter leidet, dass er einen anderen Menschen getötet hat.

Die Geschichte endet damit, dass bei der Familie Blumer wieder Ruhe eingekehrt ist. Mattie und Eric haben sich ihre Liebe eingestanden und sind verlobt. Daniel plaudert aus, dass auch Eliza sich nicht in allen Fällen an die strengen Quäkerregeln gehalten hat, was Jesse sehr amüsiert und Eliza etwas weniger belehrend, aber dafür versöhnlicher stimmt.


Das kommt rüber:

Das große Thema des Films ist die Frage, inwiefern man als Christ Gewalt ertragen muss bzw. ab wann und in welchem Maß Gegenwehr erlaubt ist. Die Frage ist durch die Quäkerzugehörigkeit der Protagonisten auf die Spitze getrieben. Da nach den Überzeugungen der Quäker konsequent immer die andere Wange hingehalten werden soll und jede Form der Gewalt strikt abgelehnt wird, ist der Gewissenskampf umso größer, als es darum geht, zu entscheiden, ob man sich den Gegnern, die die Menschenrechte mit Füßen treten, kampflos ergeben soll und somit nicht nur allen Besitz verlieren wird, sondern auch das eigene und viele weitere Leben riskiert. Ist Gewalt zulässig, wenn man damit größere Gewalt verhindern kann?


Geeignet für /nicht geeignet für:

Der Film ist für all diejenigen geeignet, die mit der gemächlicheren Erzählweise klassischer Filme etwas anfangen können. Wer moderne Filme mit ständigen Schnitten und extrem dichter Erzählweise vorzieht, wird mit „Lockende Versuchung“ wahrscheinlich eher nicht so viel anfangen können.


Meine persönliche Meinung zu dem Film:

Trotz des ernsten geschichtlichen Hintergrunds des amerikanischen Bürgerkriegs hat „Lockende Versuchung“ sehr viele humorvolle Elemente, die die ernsten Momente ausgleichen ohne die Thematik herabzuspielen. Somit ist hier ein großartiges Werk gelungen, welches gute Unterhaltung mit ernsthaften Glaubensfragen kombiniert.

christlicher Inhalt

*****

christliche Werte

*****

Unterhaltungswert

*****

Gefühl

*****

Romantik

*****

Humor

*****

Familie

*****

Spannung

*****

Action

*****

Anspruch

*****

Happy-End

*****

Vorstellung und Rezension

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