Katharina Luther


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Regisseur: Julia von Heinz

Darsteller: Karoline Schuch, Devid Striesow

FSK: freigegeben ab 12 Jahren

Laufzeit: 105 Minuten

Ersterscheinung in Deutschland: 02/2017

Genre: Drama, Historienfilm, Filmbiografie


Themen: Reformation, Zölibat / Bruch des Zölibats, Rolle der Frau / Frauenbild




















Inhalt:

Die junge Katharina von Bora (Karoline Schuch) wurde bereits als Kind ins Kloster gegeben, um ihr dadurch den Eintritt in den Himmel zu sichern. Doch als sie Schriften von Dr. Martin Luther (Devid Striesow) in die Hände bekommt, wird alles, was sie bislang geglaubt hat, auf den Kopf gestellt: Nicht durch ein frommes Leben und gute Werke kann man in den Himmel kommen, sondern nur durch Gottes Gnade. Katharina erkennt Luthers Erklärungen als Wahrheit für sich an und möchte das Klosterleben aufgeben. Doch ihre Familie ist nicht bereit, sie zurückzuholen und die Äbtissin versucht Katharina durch angsteinflössende Geschichten vor sich selbst und der Sünde zu schützen, die es nach ihrer Auffassung wäre, das Kloster zu verlassen. Ermutigt durch einen Brief von Martin Luther wagt Katharina es, gemeinsam mit einigen ihrer Ordensschwestern aus dem Kloster zu fliehen und nach Wittenberg zu reisen, wo sie auf Martin Luther persönlich treffen, der sie vor den Anfeindungen vieler Stadtbewohner in Schutz nimmt. Die ehemaligen Nonnen werden von verschiedenen Wittenberger Frauen in Obhut genommen. Katharina und ihre Mitschwester Ave (Mala Emde) kommen bei Familie Cranach (Martin Ontrop, Claudia Messner) unter.

Das Leben außerhalb der Klostermauern ist Katharina zunächst völlig fremd. Und ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, wie Katharina es sich vorgestellt hat, kommt für eine adlige Frau eigentlich auch nicht in Frage. Frau Cranach macht den ehemaligen Nonnen klar, dass ihnen nur eins übrig bleibt: Um versorgt zu sein, müssen sie heiraten. Während Ave sich in ihr Schicksal fügt, setzt Katharina sich zur Wehr: Sie möchte nicht wie ein Stück Vieh an einen Mann verschachert werden, sondern höchstens aus gegenseitiger Zuneigung und Achtung heiraten. Erst in Martin Luther findet Katharina einen Mann, mit dem sie sich eine Ehe vorstellen kann. Doch sowohl Frau Cranach, als auch Philipp Melanchthon (Ludwig Trepte) versuchen Katharina von Luther fernzuhalten. Frau Cranach erwartet, dass Luthers Ehefrau sowohl von seinen Gegnern, als auch von seinen Anhängern gehasst würde, Melanchthon sieht in Katharina eine Ablenkung für den Reformator. Aber Katharina verspricht Martin, dessen Berufung als Reformator niemals im Weg zu stehen und so wagen der ehemalige Mönch und die ehemalige Nonne den Schritt in eine gemeinsame Zukunft und heiraten.

Doch Frau Cranachs Befürchtungen scheinen nicht unbegründet gewesen zu sein: Katharina wird verachtet und ausgeschlossen. Doch auch wenn die Ausgrenzung Katharina schwer zu schaffen macht, lässt sie sich nicht unterkriegen und fängt an, das ehemalige Augustinerkloster, das sie mit Martin bewohnt, auf Vordermann zu bringen, legt den alten Klostergarten wieder an und nimmt zahlende Gäste im Haus auf, um die relativ leere Haushaltskasse der Luthers etwas zu füllen. Sie übernimmt die Rolle des „Hausherrn“, während Luther sich um seine Berufung kümmert. Luther sieht in seiner Frau eine ihm gleichgestellte, starke Persönlichkeit, deren Meinung ihn von nun an auch in theologischen Fragen interessiert.

Da Martin sich so sehr auf seine theologischen Arbeiten konzentriert, muss Katharina sich um alles andere weitestgehend alleine kümmern. Als sie schwanger wird, kommen die Ängste aus ihrem Unterbewusstsein wieder hoch, dass die katholische Kirche doch Recht haben könnte und sie Kinder des Teufels gebären wird, weil sie ihr Gelübde als Nonne gebrochen hat. Katharina erkennt, dass auch sie all das nicht alleine durchstehen kann. Und Martin erkennt dank Melanchthon, dass auch seine Familie ihn braucht. Er verspricht Katharina, dass ihre Kinder die ersten Kinder sein werden, die ohne Angst vor Gott und vor der Kirche aufwachsen können, weil sie von Jesus’ Liebe und Gottes Gnade wissen.

15 Jahre später kommt es erneut zu Uneinigkeiten zwischen Martin und Katharina: Johannes, der älteste Sohn der beiden, ist auf seiner Schule unglücklich, woraufhin Katharina ihn gerne wieder zu sich nach Hause holen würde. Martin dagegen ist der Meinung, dass Johannes dringend erwachsen werden muss. Für Martin ist das Thema damit erledigt und er widmet sich wieder der Frage, wie man die Kirche reformieren kann und sollte. Katharina holt derweil Johannes einfach wieder nach Hause und kauft ihr elterliches Land ohne Rücksprache mit Martin zu halten. Doch bald hat die Familie ganz andere Probleme als diese Streitigkeiten: Tochter Magdalena erkrankt schwer und stirbt schließlich. Katharina fürchtet darin eine späte Strafe Gottes. Martin vergräbt sich noch mehr in seine Arbeit. Darüber, dass er seiner Meinung nach kaum etwas erreicht hat, verzweifelt er beinahe. Sein Jähzorn über seine Hilflosigkeit und sein verzweifeltes Ringen nach der Wahrheit, das schon wahnsinnige Züge annimmt, treiben ein weiteres Keil zwischen Katharina und ihn. Katharina findet Trost in der Erkenntnis, dass ihre Tochter nun bei Jesus im Himmel ist und nie wieder Leid erleben muss. Und schließlich kann sie ihrem Mann mit dessen eigenen Worten, die er ihr damals ins Kloster schrieb und ihren eigenen Gedanken dazu trösten: „Wir dürfen auf die Liebe des Herrn vertrauen. Wir können nichts erwarten. Wir können nichts erwerben. Aber wir dürfen vertrauen. Auch im Tod.“


Das kommt rüber:

In diesem Film wird das Leben und Wirken Luthers mal aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet: Die Protagonistin ist Katharina von Bora, die aus dem Kloster flieht, nachdem sie Luthers Schriften gelesen hat. Hier wird die spätere Ehefrau Luthers als eigenständig denkende und handelnde Person gezeigt, was so gar nicht dem damaligen Frauenbild entsprach. Der Film behandelt aber auch den starken Konflikt zwischen dem Wunsch nach Ehe und Sexualität und der Angst vor den Konsequenzen, die den ehemaligen Mönchen und Nonnen stets bildhaft vor Augen gemalt wurden. Auch wird Luther hier als Mensch mit Stärken und Schwächen dargestellt: Einerseits der großartige Reformator, andererseits kümmert er sich zu wenig um seine eigene Familie. Auch seine antisemitische Haltung gegen Ende seines Lebens bleibt nicht unerwähnt.


Geeignet für /nicht geeignet für:

„Katharina Luther“ ist geeignet für alle Fans von Historiendramas. Er zeichnet ein realistisches Bild vom Leben zu Zeiten Luthers und zeigt nicht nur die großen Taten des deutschen Reformators, sondern auch, dass dies ohne die Unterstützung der starken Katharina Luther in diesem Ausmaß sicherlich nie möglich gewesen wäre. Somit ist der Film auch gut geeignet, um mal einen anderen Blick auf das Leben und Wirken der Familie Luther zu werfen.


Meine persönliche Meinung zu dem Film:

An „Katharina Luther“ gefällt mir besonders, dass Luther hier nicht nur als Reformator gezeigt wird, sondern auch als Mensch mit allen Stärken und Schwächen. Und dass hier das Leben und Wirken seiner Frau gewürdigt wird, ohne die Luther sicherlich nie so viel erreicht hätte. Die Szene, in der Katharina nackt vor ihrem Ehemann steht, hätte man meiner Meinung nach auch anders lösen können, ohne, dass auch der Zuschauer sie komplett nackt sieht.

christlicher Inhalt

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christliche Werte

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Unterhaltungswert

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Gefühl

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Romantik

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Humor

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Familie

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Spannung

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Action

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Anspruch

*****

Happy-End

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Vorstellung und Rezension

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