Amazing Grace - Ein Chormusical


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Text: Andreas Malessa

Musik: Tore W. Aas

Regisseur: Doris Marlis

Darsteller: Arne Stephan, Lucy Scherer, Ben Wiedersprecher, Daniel Rakasz, Stefan Poslovski, Sonja Tièschky, Susanna Panzner, Peti van der Velde, David-Michael Johnson, Bonita Niessen, Nyassa Alberta, Norman Nowotko

FSK: freigegeben ab 0 Jahren

Laufzeit: 105 Minuten

Ersterscheinung in Deutschland: 2014

Genre: Chormusical, Filmbiografie, geschichtsbezogener Film, Drama, Liebesfilm


Themen: Gnade, Sklaverei, Hass, Angst, Gleichgültigkeit


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Inhalt:

Der junge John Newton (Ben Wiedersprecher) wächst bei seiner Mutter auf, während sein Vater als Kapitän ständig auf See ist. Als er gerade einmal sechs Jahre alt ist, stirbt seine Mutter an Tuberkulose. Ihre Lieder und Gebete bleiben Newton sein ganzes Leben lang in Erinnerung. Als Newtons Vater wieder heiratet, wird John auf ein Internat geschickt. Bereits mit zehn Jahren wird John Schiffsjunge.

Als er eine Lehre auf Jamaica beginnen soll, die ihm sein Vater vermittelte, verpasst der 17-jährige John (Arne Stephan) sein Schiff, weil er auf seine Cousine Polly Maria Catlett (Lucy Scherer) trifft. Die beiden verlieben sich und träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Doch dann wird Newton für die Armee zwangsrekrutiert. Im Krieg gegen Frankreich wird, wie der personifizierte „Hass“ (Stefan Poslovski) in seinem Lied erklärt, aus dem Opfer John, durch als Ehrgeiz getarnter Hass, ein tyrannischer Maat. Weiter erzählt die personifizierte „Angst“ (Susanna Panzner), wie John von seinem Schiff flieht und anschließend wieder geschnappt wird. Statt hingerichtet zu werden, wird er „nur“ ausgepeitscht und degradiert. Jedoch sieht der 19-jährige Newton, der erfährt, dass er frühestens in fünf Jahren zurückkehren wird, keinen Sinn mehr in seinem Leben. Bis zu seiner Rückkehr wird Polly bestimmt verheiratet sein. Er spielt aus Verzweiflung verschiedene Szenarien in seinem Kopf durch: Entweder er will den Kapitän umbringen oder sich selbst. Johns vulgäre Flüche und Spottverse auf Marine und König George schockieren selbst hartgesottene Seeleute. Als sich dem Kommandanten des Schiffes auf Madeira die Gelegenheit bietet, tauscht er Newton gegen zwei Matrosen eines anderen Schiffes aus. Doch bevor er nach England zurückkehren kann, wird er von einem Sklavenhändler angeheuert. John sieht die Möglichkeit, schnell viel Geld zu machen, womit er die wohlhabende Familie von Polly beeindrucken könnte. Die personifizierte „Gleichgültigkeit“ erzählt, wie aus dem Sohn einer gläubigen Mutter ein Sklavenbewacher wird, dem das Schicksal dieser Menschen völlig gleichgültig ist.

Mithilfe einer Lüge gelingt es Kapitän Swanwick (Daniel Rakasz), der John im Auftrag von Newtons Vater nach Hause holen soll, den jungen Mann an Bord seines Schiffs „Greyhound“ zu bringen. Die siebenmonatige Schiffsreise verbringt John mit dem Lesen theologischer Schriften. Als das Schiff in einen schrecklichen Sturm gerät, schreit Newton zu Gott und überlebt nicht nur den Sturm, sondern erkennt auch, dass nur Gottes Gnade in am Leben hält. Nach seiner Bekehrung gelingt es Newton schließlich, das manövrierunfähige Schiff an die Küste Irlands zu bringen. Doch zurück in England muss John feststellen, dass er entgegen der Behauptungen Swanwicks völlig mittellos ist. Tief enttäuscht löst er die Verlobung mit Polly um ihr ein Leben an der Seite eines erfolgreicheren Mannes zu ermöglichen. Doch Polly ist es wichtiger, mit ihrem John zusammen zu sein als viel Geld zu haben und so heiraten die beiden den Umständen zum Trotz. John steht nun unter Druck. Er muss sein Schulden begleichen und möchte Polly und ihren Eltern beweisen, dass er gut für seine Familie sorgen kann. Er nimmt eine Stelle, zunächst als Maat, später als Kapitän bei einer Reederei an. Seine finanziellen Probleme sind damit gelöst, doch alle drei Fahrten sind Sklaventransporte.

Schließlich wird Newton Hafenmeister in Liverpool bis er den Prediger George Whitefield predigen hört. Er ist vom Enthusiasmus der Erweckungsversammlung tief berührt. Sechs Jahre lang studiert John Theologie mit dem Wunsch, Pfarrer zu werden. Doch die Kirche von England lehnt seine Bewerbungen zunächst immer ab, weil sie seinem Charakter misstraut. Als er endlich eine Stelle als Dorfpfarrer in Olney bekommt, stellt er den jungen Musiker William Cowper an, mit dem er gemeinsam viele Kirchenlieder verfasst. Da William depressiv ist, nehmen die Newtons ihn bei sich im Pfarrhaus auf. Nach einem Suizidversuch Cowpers drohen Angst, Hass und Gleichgültigkeit John zu überwältigen, doch er sagt sich von diesen drei Gefühlen los und arbeitet seine Gefühle beim Verfassen des Textes „Amazing Grace“ auf.

Zwei junge Adlige begeistern sich für die „modernere“ Musik in den Gottesdiensten in Olney: William Pitt, der später Premierminister Englands wird und William Wilberforce, der lieber Pfarrer werden will anstatt Politiker zu bleiben. Doch Newton ermutigt Wilberforce, seinen Glauben und sein politisches Geschick zu vereinen und sich für die Abschaffung der Sklaverei einzusetzen (Wilberforces Geschichte wird übrigens sehr schön in dem Film „Amazing Grace“ erzählt). Wilberforce muss insgesamt 20 Jahre lang im Parlament dafür kämpfen, dass die Sklaverei abgeschafft wird. Um Wilberforce zu unterstützen, soll Newton vor dem König persönlich von seinen Erfahrungen beim Sklavenhandel berichten. Doch noch vor Johns Aussage verstirbt nach vierzig gemeinsamen Jahren seine Polly an Krebs. 1807 wird schließlich nach einer zehnstündigen Debatte im Parlament der Sklavenhandel im gesamten britischen Weltreich verboten.


Das kommt rüber:

Besonders die von den personifizierten Gefühlen „Hass“, „Angst“ und „Gleichgültigkeit“ gesungenen Stücke sprechen die auch heute noch vorherrschende Problematik von „wirtschaftlich sinnvoller Normalität“ entgegen biblischer Gebote an. Hier wird ganz deutlich, dass Sklaverei und Akzeptanz menschenunwürdiger Lebensbedingungen nur all zu oft dem eigenen Konsumverhalten zuliebe toleriert werden. Darüber hinaus zeigt die Geschichte natürlich auch die äußerst lehrreiche Geschichte von Newton, der vom Sklavenhändler zu einem Mann Gottes wurde und wahre Gnade erfahren durfte.


Geeignet für /nicht geeignet für:

Dieser Musical-Mitschnitt ist geeignet für alle Gospel- und Musicalfans. Darüber hinaus betrachtet er kritisch auch das heutige (Konsum-) Verhalten, gerade in der westlichen Welt, das zu Ungunsten von Menschen aus anderen Teilen der Welt geht, sodass auch hier ein guter Anknüpfungspunkt für Menschen geschaffen wird, die sonst vielleicht nicht so viel mit dem christlichen Glauben zu tun haben.


Meine persönliche Meinung zu dem Film:

Wenn der kleinen Ben Wiedersprecher zu Beginn des Stückes vor 5000 Menschen im Rampenlicht sein Lied „Papa ist nicht da“ singt, bekomme ich jedes mal eine Gänsehaut und will den kleinen alleingelassenen John in die Arme schließen. Allgemein beeindrucken die schauspielerischen Leistungen im Musical, sowie die musikalische Umsetzung mit den verschiedenen Gesangsdarbietungen. Besonders gelungen finde ich auch die Personifizierungen der Gefühle „Hass“, „Angst“ und „Gleichgültigkeit“, die einen mit jedem noch so kleinen Detail ihrer Texte, aber auch ihres Spiels ins Nachdenken bringen. Lediglich schade finde ich, dass die Videoaufnahmen an einigen Stellen etwas unscharf sind (was bei einem Live-Mitschnitt natürlich immer die Gefahr ist), aber das tut der Geschichte im Großen und Ganzen keinen Abbruch. Natürlich kann die DVD nicht mit dem Erlebnis mithalten, das Musical in einer Originalaufführung zu erleben (ich bin bei der Aufführung in Karlsruhe in den Genuss gekommen), aber wer diese Chance verpasst hat, kann zumindest ansatzweise „Amazing Grace“ auf dieser DVD erleben.

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christlicher Inhalt

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christliche Werte

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Unterhaltungswert

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Gefühl

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Romantik

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Humor

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Familie

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Spannung

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Action

*****

Anspruch

*****

Happy-End

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Vorstellung und Rezension

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